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Persönliche Laufberichte

Thüringen-Ultra 2010

10.07.2010 13:33 von Thomas Kuschel

Ein Hunderter der besonders knackigen Art

Man nehme: eine ordentliche Portion Kilometer (100 pro Person), menge noch kräftige 2.150 Höhenmeter unter und lasse das ganze reichliche zwölf Stunden bei mindestens 37 Grad Lufttemperatur ziehen. Zum Abschmecken noch reichlich Ausdauer und Anstrengung hinzufügen und zum Schluss das ganze mit einer Flut von Schweiß übergießen. Fertig ist ein unvergleichliches Gericht nur für ganz Harte: der Thüringen-Ultra 2010.

 

Norbert Fasel hatte mich auf die Idee gebracht diesen Lauf mit nur einer großen 100-KM-Schleife am 03.07.2010 in Angriff zu nehmen. So fuhren wir gemeinsam nach Fröttstädt, dem Start/Zielort in der Nähe von Gotha, nördlich des Thüringer Waldes und somit des Rennsteigs. Das war am Freitag, 02.Juli. Was soll ich noch sagen: Ankunft, Startunterlagen, Essen, viel Trinken, ganze viele alte Ultra-Bekannte treffen, WM gucken, Bett gehen.

 

Nach einer kurzen Nacht (WM-Viertelfinale mit Verlängerung und Elfmeterschießen bis weit nach 11:00 Uhr) auf Feldbetten in einem luftigen Zelt, hieß es für mich um 2:45 in der Nacht aufstehen. Müde hab ich mich unter meinem großen Badetuch gestreckt und wach geschüttelt. Der Schlafsack war mir zu warm, schließlich hatten wir am Vortag noch um 35°C gehabt. Auch wenn die Nacht zuerst doch recht frisch erschien, so waren es immer noch um 20°C. Einen Pullover und Socken habe ich mir trotzdem gegönnt.

 

Der Veranstalter des Thüringen-Ultra, die freiwillige Feuerwehr Fröttstädt, hatte ein Frühstück organisiert (wie die gesamte Orga alles sehr gut). Also Brötchen in den Bauch, starken Kaffee hinterher und schon waren die Lebensgeister geweckt.  Es folgte das übliche Prozedere, nur bei ´nem Hunderter halt etwas ausgiebiger: Laufklamotten an, Einschmieren (Vaseline, Sonnemilch, Talg), Abtapen, noch mal Trinken, Witze machen mit/über MitläuferInnen, geistig auf den Start vorbereiten, Darm möglichst gut entleeren, Darmausgang noch mal einschmieren, noch mal Trinken, auf den Startschuss warten, den üblichen Galgenhumor vor der Startlinie verbreiten.

 

Und dann ging's los um 04:00 Uhr in der Nacht. Finster war der Himmel, lediglich im Osten ein Silberstreif, doch wolkenlos. Ob die 35°C von gestern noch zu toppen sind? 212 harte Jungens und Mädels machten sich auf den Weg, um Helden zu werden oder den selbigen sprichwörtlichen Tod zu sterben. Auf den ersten 200 Metern in den Ort hinein brannten Reihen mannshoher Fackeln und erleuchteten den Weg. Die Wärme war angenehm. Durch das tief schlafende Fröttstädt war das Feld in wenigen Minuten hindurch - ist halt nur ein Dorf. Über freies Feld gen Osten durch Laucha und unter der A4 hindurch zog sich die Ultraschar schnell auseinander. Gegen den heller werdenden Himmel hob sich der Große Inselsberg mit seiner Gipfelstation (917müNN) ab.

 

Nach etwa 5 KM begann der Wald und der Weg stieg an. Mittlerweile war es hell genug, um gut sehen zu können. Der erste Anstieg (100 Höhenmeter) war erledigt und wieder unten liefen wir ein Stück durchs Emsetal. Ich hatte mittlerweile mit Jörg Gerlach eine Seilschaft gebildet und wir quasselten über das Laufen und die Welt. Bei KM 10 war VP1 Sondra erreicht. Auch wenn ich noch nicht viel trinken wollte - ich habe mir 5 Becher gekippt - der Tag würde wärmer werden.

 

Und schon kam der nächste Anstieg, dann nach einigem Rauf und Runter VP2 Schmerbach bei KM16 von der frischen Morgensonne beschienen und einem kurzen Abwärtsstück war die erste harte Steigung erreicht. Über mehrere Kilometer machten wir fast 400 Höhenmeter. Irgendwo auf dem Weg nach oben an der Ruhlaer Skihütte (VP3 bei KM24) wechselten die 4x25KM-Staffeln. Ich war mit Jörg 2:48h unterwegs. Da zogen jetzt einige frische schnelle Staffelleute an uns vorbei. Jörg und ich ließen uns nicht antreiben und liefen gemächlich, wo es gut ging, und gingen, wo es nicht so gut lief, die Hänge hinauf.

 

Am Dreiherrenstein, bzw. Scheffeldenkmal waren wir erstmal oben auf etwa 730müNN. Die zwei Kilometer Hang runter waren richtig angenehm, um die Bein wieder zu lockern. Mittlerweile merkte man die steigenden Temperaturen. Manche Läufer waren umschwirrt von Fluginsekten, zogen eine summende und surrende Wolke hinter sich her. Am Gehege bei Brotterode (KM 29) gab's noch mal Erfrischungen an VP4. Hier habe ich mir das erste Mal meine Kappe mit kühlem Wasser nass gemacht und wieder aufgesetzt - tat gut. Wie an jedem VP trank ich inzwischen mindestens einen Liter (Iso, Wasser, Cola durcheinander) und knabberte Salzkekse oder Salzbrezeln.

 

Erst jetzt folgt zum ersten Mal ein Kilometer durch Felder ohne Schatten. Schon jetzt merkte man, es würde ein warmer Tag werden. Doch schnell war der Wald wieder da und mit ihm die Höhenmeter. Unterhalb des Inselsberges vorbei kamen wir zu Grenzwiese (VP5, KM35). Wieder Mütze/Kopf kühlen, etwas Knabbern, viel Trinken. Dann noch ein paar Höhenmeter und wir waren auf dem höchsten Stück (fast 800müNN). Immer wieder taten sich schon eine ganze Weile lang herrliche Ausblicke auf, bis weit in das unter uns liegende Land. Da war schon viel geboten für die Sinne.

 

Nur ein kurzes Stück weiter, doch bereits 100 Meter tiefer lag VP6 bei KM39 (Gänsberg). Hier stach mich ´ne Bremse durch die Hose in den Oberschenkel. Sch..., hat das im ersten Moment gejuckt. Trotzdem erstmal Kopf kühlen, knabbern, trinken, weiter. Hügel rauf, Hügel runter. 42 Kilometer - Marathon. Na, das ist doch schon ´ne Marke, dachte ich, während Jörg sich seinen zwölften oder fünfzehnten Stein aus dem Schuh holte.

 

Nun kam in geiles Stück, es ging hinab - und zwar lange. Vier Kilometer weiter der VP Burgwacht Hohleborn (Nr.7, KM46): kühlen, knabbern, trinken. Und nach so vielen Wald- und Forstwegen auf einer asphaltierten, ehemaligen Eisenbahnstrecke ein sanftes Gefälle hinab. Ich konnte es richtig toll rollen lassen, ohne zu schnell zu werden. Ich merkte richtig, wie gut das der Beinmuskulatur tat. So mag ich das. Vor Kleinschmalkalden noch eine 180°-Kehre und über eine Brücke und einen mehrere hundert Meter langen Tunnel mit wunderbaren kühlen Temperaturen im Inneren immer weiter rollen. Das war das vielleicht schönste Stück des Thüringen-Ultra, auf jeden Fall aber das am angenehmsten zu laufende.

 

An einer letzten langen Gerade öffnete sich das Tal langsam und Floh-Seligenthal lag da. Der Sportplatz am Ortseingang markierte VP8 bei KM51 - Halbzeit und damit auch Staffelwechselzone für die 4x25KM und 2x50KM-Teams. Ich hatte 5:52h bis hierher gebraucht, es war also kurz vor 11:00Uhr.

 

Und hier unten auf dem Sportplatz merkte man den prallen Sonnenschein zum ersten Mal so richtig, jetzt wurde es warm. Also wieder knabbern, kühlen, trinken, viel trinken. Denn jetzt ging's noch mal gut zur Sache. Was wir auf den letzten 9 Kilometern runter liefen (ca.350 Höhenmeter), das ging es jetzt wieder genauso hoch, nur auf 6 bis 7 Kilometern. Jörg ging mehr, ich war voller Tatendrang und lief - wir trennten uns. Einem Bachlauf folgend stieg der Weg an, mal ging ich nur die steileren Stücke, oft lief ich aber auch. Viele vor mir hatten ´nen Gang zurück geschaltet, ich überlief sie - Berge hoch, dass kann ich.

 

Und die Sicht war grandios. Die grünen Weiden und Wälder an den Hängen um und über mir ließen mich an Heidi und die Schweizer Alpen denken. Und nach jeder Kurve ein weiterer Anstieg. Auf einem kurzen Flachstück am Jobsstein bei KM56 hatte sich VP9 aufgebaut. Innerlich am Glühen habe ich meinen Kopf erstmal abkühlen müssen, bevor das Knabbern und Saufen begann. Ein Becher Cola, einer Brühe, je zwei bis drei Iso und Wasser, deutlich mehr als einen Liter, ich hab's gebraucht (und an den nachfolgenden VPs auch nie weniger genommen). Dann weiter die letzten fast zwei Kilometer nach oben. Am Dreiherrenstein (720müNN) war ich endlich oben und hatte wieder ´ne ganze Gruppe hinter mir gelassen. Jetzt erstmal 5 Kilometer bergab rollen. Zuerst war das Rollen nicht so einfach. An der Ebertswiese folgte die Strecke nicht dem gut ausgebauten Rennsteig, sondern einem sehr unebenen Wurzelweg mit ordentlichem Gefälle. Am Spitterbach entlang war der Weg wieder gut zu laufen und schlängelte sich sanft nach Tambach hinab und hinein.

 

Der Ort war schon von weitem zu hören, denn das erste von Tambach, das ich sah, war das Freibad mit johlenden und planschenden Gästen. Welche Wonne wäre es gewesen, dort ein erfrischendes Bad zu nehmen. Stattdessen war für mich VP10 bei KM63 direkt dahinter das Ziel - auch nicht schlecht. Kühlen, knabbern und viel trinken. Zum ersten Mal blieb ich ´ne Minute länger als nötig am VP, einfach um mal ein Paar Worte zu wechseln. Wie überall waren die Helfer voll Elan, mit Herz und Seele bei der Sache und total freundlich, sparten nicht mit aufmunternden Worten, gaben ein wenig Lokalinfos. Schweren Herzens trabte ich wieder an, was auch an der Eisdiele direkt neben dem VP10 lag.

 

Eine schattenlose Schleife auf hitzeflimmerndem Asphalt durch Tambach mit zwei kurzen, giftigen Anstiegen einmal direkt nach dem VP und am Ortsausgang, dann war ich wieder im Wald und hatte ´nen schönes Stück zum Rollen, danach wieder ein längerer Anstieg und ganz unverhofft war der nächste VP da. Hatte noch gar nicht damit gerechnet. Trotzdem das gleiche Prozedere wie immer bei KM 68/VP11 - 2/3 geschafft, darauf erstmal ein Stück Eierwaffel mit Salz extra.

 

Weiter im schattigen Wald nach Finsterbergen runter, um den Ort herum und wieder rauf. Lange war die Sonne so tief gestanden, dass die Bäume noch lange Schatten warfen. Mittlerweile stand sie hoch am Himmel. Der Schatten war auf ein Minimum reduziert. So manches Mal lief ich die weite Außenkurve, statt den direkten Weg, einfach weil dort ein paar überhängende Äste etwas mehr Schatten gaben. Der Himmel glühte wolkenlos blau. Und ich weiß, da gab's immer wieder was zu sehen: Ausblicke, Einblicke, Kultur, Landschaft und mehr, doch ich kann mich nicht mehr an viel erinnern. Ich war innerlich am Genießen. Mein Körper/Organismus schnurrte wie ´ne Eins, ich hatte echt Spaß und die Hitze ließ mich kalt. Das Freibad von Finsterbergen konnte mich nicht wirklich locken. Die Schmalspurbahn nahm ich nur am Rande wahr.

 

Und so war ich nach weiteren Überholmanövern gefühlt geradezu blitzartig bei VP12 am Sportplatz von Finsterbergen. Nach 74 Kilometern in 8:57h ist blitzartig ein komisches Wort, aber irgendwie hatte ich schon gaaanz lange jedes Zeitgefühl verloren und die Abschnitte zwischen den VPs vergingen einfach so ins Nichts.

 

Ich tat, was ich immer tat - ausgiebig: Kühlen, knabbern, trinken. Für die 4x25KM-Staffeln war dies der Dritte Wechsel. Arme 25KM-Läufer, wie sollten die auf so einer Kurzstrecke den prallen Sonnenschein und die über 30°C ausgiebig genießen können? Naja, ich hab gut reden. Anderen Ultras ging es schon verdammt an die Substanz. Zwei standen am Sanniwagen. Hoffentlich würden sie durchhalten können.

 

Ich tat es und nach einem richtig feinen Wurzelweganstieg und einem so steilen Gefälle mit duzenden Wasserrinnen als Stolperfallen, dass ich es meinen Gelenken zu liebe nur runter ging, statt zu laufen, trabte ich nach Friedrichroda. Ein kurzes Stück durch den Ort, wieder in den Wald. Ich lief - zwar langsam, aber immer noch flüssig und locker.

 

Die Marienglashöhle war VP13 nach 79 Kilometern. Kühlen, knabbern, trinken, durchschnaufen, noch mehr trinken, weiter - nur noch ein Halbmarathon. Tabarz war der nächste Ort. Am südlichen Rand lief die Strecke vorbei. Ein beschauliches Städtchen mit vielen, schönen, alten Häusern. Einzig das Thermometer an einem Haus dokumentierte meine innerlichen Strapazen mit 37°C. Mich durchzuckte kurz der Gedanken, dass ich doch im Freibad hätte Station machen können.

 

Dann eine Treppe hoch. Habe die Stufen gezählt, aber das Ergebnis vergessen - egal. Dahinter, oder besser darüber lag VP14 am Wassertretbecken. Dort, bei KM84 saß Norbert Fasel, in jeder Hand ´nen Becher und ein Grinsen im Gesicht. Ihm mache die Hitze zu schaffen, erzählte er. Ich trank, knabberte und kühlte am Wasserbecken. Fast zeitgleich liefen wir los.

 

Bis hier war ganz überwiegend Wald und damit Schatten. Die letzen 16 Kilometer führten nun aus dem Thüringer Wald hinaus nach Nordosten. Also wenig bis kein Schatten. Auch wenn es jetzt mehrheitlich bergab ging, so waren immer wieder ein paar Anstiege mit dabei. Hätte ich ´nen Trainingslauf zu Hause gemacht, ich wäre bei keinem dieser Hügel auch nur ins Stocken gerate, doch nach fast 90 Kilometern und deutlich über 35°C schattenloser Hitze darf man auch mal ein bisschen jammern.

 

In den Orten hatten die Leute Wasserwannen zum Kühlen vor ihre Häuser gestellt, doch kein Mensch war zu sehen. Die saßen alle irgendwo an kühlen, schattigen Plätzchen. Dem Lauf des Flüsschens Lauche folgend über sandig, staubige Wege kam ich in Langenhain zu VP15 nach 90 Kilometern. Norbert kam kurz nach mir an. Hatte ich bis dato immer mehr Ultras überholt, einfach weil ich noch überwiegend lief, so beschloss ich nun ´nen Gang zurück zu schalten und der Hitze Rechnung zu tragen. Kühlen, viel trinken, knabbern, noch mal kühlen, noch mehr trinken, weiter.

 

Ein kurzes Stück Schatten spendender Wald folgte, dann wieder offenes Feld. Hinter mir ragte der Inselsberg in den diesigen, blauen Himmel - schwüle Luft - egal, denn vor mir war das Ziel nicht mehr weit. Warum einen Gang zurück schalten? Ich trabte auf einer groben Schotterpiste wieder an und nach einer Senke, in der die Hitze richtig nett stand, kam eine außerplanmäßige Wasserstation. Dort holte ich Norbert wieder ein. Zusammen sind wir bis VP16 gelaufen. Der lag am Ende eines langen Feldes vor einem Industriegebiet und war mit seiner Lautsprecheranlage schon Kilometer zuvor zu hören gewesen. Durch das lange, freie Feld davor waren wir schon früh auszumachen und wurden von weitem bereits namentlich begrüßt. Püschelschwingende Tanzmariechen empfingen uns, feuerten uns an.

 

Nur noch 5 Kilometer. Noch mal viel trinken und vor allem abkühlen. Dann hinein ins Industriegebiet. Die alte Himmelsfunzel brutzelte noch mal so richtig alles nieder zwischen nackten Metall- und Betonbauten, der Asphalt flimmerte in der Ferne, null Schatten. Norbert ließ sich zurück fallen.

 

Irgendwas muss ich wohl schwer richtig gemacht haben, denn vergleichsweise war ich noch immer gut drauf. Dann unter der Autobahn A4 hindurch, wieder eine paar Bäume, etwas Schatten, zwei Ultras überholt. Vor einem Bahnübergang noch ein letzter VP bei KM98. Es war kurz nach vier. Ein Radio schrebbelte, Deutschland führte 1:0 durch Müller. Drei Becher gestürzt, weiter. Über die Gleise, dann links nach Fröttstädt hinein. Wieder vor jedem zweiten Haus eine Wasserwanne zum Abkühlen, eine Dusch über den Vorgarten auf den Bürgersteig verlegt, keine Menschen in auf der Straße, dafür kribbeln unter der Haut. Eine Unterführung, dann nach rechts, der Zielsprecher war zu hören, Gänsehaut, die letzten Meter, jubelnde Menschen, über einen Bach, im Zielkanal, noch mal Schatten, lächeln für Zielfoto, dort das Zielbanner, über die Linie...

 

Geschafft: den Lauf - mich selber. Aber angekommen, gut angekommen. Erstmal viel Wasser, Cola, Iso trinken. Erst dann nahm ich mir die Zeit für die junge Dame, die mir die Medaille umhängte. Ein Herr drückte mir einen Zettel in die Hand mit meinen Ergebnissen und Zwischenzeiten. Nach 12:19:04 hatte ich 100km, 2.150 Höhenmeter und 37°C geschafft als 62. gesamt und 14. M40.

 

Langsam ging ich zu einer der zahlreichen Bänke im Schatten, gratulierte hier und da, wurde selber beglückwünscht, ein wenig Fachsimpelei über das Erlebte/Erreichte, setzen, ausruhen, Beine strecken, sacken lassen. Bald darauf kam auch Norbert. Wir verschnauften noch ´ne ganze Weile, tranken ein alkoholfreies Bierchen. Eine Wohltat mal wieder ´nen herberen Geschmack im Mund zu haben. Dann langsam zum Wagen, unter die Dusche. Zwischendurch immer wieder ein Blick ins Zelt mit der Großbildleinwand zum Viertelfinale.

 

Wir fuhren noch den gleichen Abend zurück, beide ein wenig k.o., doch glücklich und stolz. Der Thüringen-Ultra ist schon ein „verdammicht" harter Brocken, besonders bei Backofenwetter, aber er ist es wert, unter die Füße genommen zu werden -  in jeder Hinsicht. Der Lauf ist beendet, das Laufen endet nie.

                                                                                                          Tom Kuschel, Juli 2010

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