21.03.2009 18:33 von Thomas Kuschel
Nordwestlich von Münster liegt Steinfurt, was eigentlich gar keine Stadt ist. Die beiden Orte Burgsteinfurt und Borghorst mit Umland bilden das Stadtgebiet, wobei Burgsteinfurt Start-/Zielort ist. Und wenn man wie ich aus dem Sauerland kommt, dann ist Steinfurt ein ebener Kurs mit nur wenigen kleinen Aufs und Abs (ca.200HM), auch wenn ein Flachländer das durchaus anders sehen mag. Der Kurs selber besteht aus zwei identischen Runden, die komplett asphaltiert sind und durch die beiden Orte führt, aber auch über freies Feld, was ihn sehr windanfällig macht - eine Mischung aus Landschaftslauf und Stadtmarathon.
Am 21.03. bin ich dorthin zum Laufen gefahren, um mir diese flache Strecke zum wiederholten Male zu gönnen. Das Wetter war wunderprächtig, der erste echte Frühlingstag mit Temperaturen deutlich über 10°C und viel Sonnenschein.
Man kommt ganz gut in die Stadt. Rings um das Schulgelände stehen auch ausreichend Parkplätze zur Verfügung. In der Schule ist alles auf eine große Veranstaltung eingerichtet: Marathonmesse, Umkleiden (die Duschen nachher sind warm!), Gastronomie und alles was sonst halt noch dazu gehört. Alles gut organisiert für einen reibungslosen Ablauf.
Von der Schule sind es allerdings ein paar Meter in die Stadt zum Start. Schon von weitem sieht man das Schloss/Burg, das von der Steinfurter Aa umspült zum Wasserschloss wird. Mit der alten Wassermühle auf der anderen Seite bildet die Burgstraße einen schönen Rahmen für Start und Ziel. Der Start selber ist in einzelne Zonen aufgeteilt, denn Steinfurt ist der Erfinder der Brems- und Zugläufer und für alle Zielzeiten. Ab 3:00 Stunden im ¼-Stundentakt aufwärts gibt es eigene Startzonen, so dass sich der Startbereich bis auf den Marktplatz in der Fußgängerzone ausdehnt.
Im warmen Sonnenschein warteten die LäuferInnen auf den Start - Zeit für so manches Pläuschchen. Dann kam um 13:30 der Startschuss und los ging es am Schloss und dann am Schulgelände vorbei in die Außenbereiche des Ortes. Ich blieb erstmal knapp hinter dem dichten Pulk der 3:30er. Nach KM 1 bog die Strecke rechts auf eine breite Landstraße ab, die bis zur Hollicher Mühle bei KM 3 leicht aber stetig anstieg. Die Straße war auf der rechten Spur für Läufer gesperrt, während auf der linken der Autoverkehr weiter lief. Nach der Mühle ging es bis zum Abknick kurz nach KM 5 bergab, da konnte man es rollen lassen. Nach dem Knick auf einem Feldweg war die erste Verpflegung (VP). Es gab Iso, Tee, Wasser und Obst. Und dann war man schnell in Borghorst. Viele fürchten die dortige Steigung, besonders auf der zweiten Runde, doch nüchtern betrachtet ist sie nur 250 Meter lang mit nicht mal 20 Höhenmetern. Ich war eingelaufen und ließ die 3:30er Gruppe hinter mir. Bei dem tollen Wetter war ich richtig gut drauf.
In Borgholz liefen wir durch die Innenstadt - ein verwinkeltes Hin und Her. Auf dem Marktplatz vor KM 10 war eine Tribüne mit Sprecher aufgebaut mit entsprechendem Drumherum für viele Zuschauer. Nach einer Fußgängerunterführung bei KM 10 kam der nächste VP mit bekanntem Angebot. Eine weitere Unterführung folgte und auf einer breiten Straße ging es aus dem Ort hinaus.
Nach der Überquerung der B54 lief die Strecke durch Felder und an Bauernhöfen vorbei. Besonders dieser Teil ist sehr windanfällig. Doch der leichte Gegenwind war heute kein Problem. Bei etwa 14,5 Kilometern gab es den dritten VP und weiter durch ländliches Gebiet liefen wir nach Steinfurt zurück. Etwa bei KM 18,5 ging es noch mal leicht bergan, aber wirklich nur leicht und dann war man schon zwischen den Häusern von Burgsteinfurt. Auf KM 20 zu war noch mal etwas Gefälle. Das Sparkassenthermometer dort zeigte 15°C an, welche Wohltat nach dem Winter. Bei 20,5 Kilometern war VP4 und durch die Fußgängerzone lief man zurück zum Schloss.
Auf der rechten Seite beim Start/Ziel wechselten die Staffelmarathonis. Mit ihren grünen Nummern waren sie in Zweierteam angetreten um jeder eine Runde zu laufen. Wir Marathonis liefen links vorbei und zwischen Mühle und Schloss hindurch war Runde eins erledigt. Ich war ein wenig am Schwächeln zu Beginn der zweiten Runde, doch auf den abschüssigen Kilometern nach der Hollicher Mühle habe ich mich schnell wieder erholt.
Danach lief die Runde fast von alleine. Der Wind hatte ein wenig zugenommen, aber nichts Ernsthaftes. Hin und wieder kam von hinten ein schneller Staffelläufer vorbei. Je näher es dem Ziel zuging, umso mehr Marathonläufer konnte ich noch einholen. Ich hatte einfach eine riesen Lauflust und -spaß bei dem Wetter. Auf den letzten zwei Kilometern habe ich noch mal den Endspurt angezogen und bin nach 3:22:30 ins Ziel. Dort gab es neben dem Stand mit der üblichen Zielverpflegung eine Medaille, Finishershirt und Freibier (alkoholfrei).
Den Rückweg zur Schule zu gehen, tat gut und auch wenn ich danach nicht mehr lange bleiben sondern mich recht zügig auf den Heimweg machten musste, war es wieder einmal ein richtig schöner Frühjahrsmarathon in Steinfurt geworden.
Tom Kuschel