01.12.1999 20:35 von Henry Wibberg
Vor 3 Jahren bin ich mit
Freunden den Rothaarsteig von Dillenburg nach Brilon gewandert. Seitdem
habe ich eine Vorliebe für diesen wunderschönen, 154 km langen
Wanderweg mitten in Deutschland. Mehr zufällig bin ich Mitte Oktober
2004 den 1. Rothaarsteigmarathon in Schmallenberg gelaufen. Holger
Finkernagel rief mich freitags an, ob ich am nächsten Tag mit ihm den
1. Rothaarsteigmarathon laufen wollte. Kurz entschlossen sagte ich zu.
Es war ein toller Bergmarathon.
Daher war es dann schon fast
selbstverständlich, auch am 1. Rothaarsteiglauf über die
Marathondistanz von Winterberg nach Brilon teilzunehmen. Es wurde auch
noch eine 18 km-Strecke für Läufer, Walker und Nordic-Walker angeboten.
Gerlinde Langer und Margarete Geisler entschieden sich für den 18
km-Lauf. Obwohl Regenfälle vorher gesagt wurden, erreichten wir Brilon
morgens bei wunderschönem mildem Laufwetter. Nach dem Abholen der
Startunterlagen dauerte es nicht mehr lange und schon fuhr der Bus zum
Start nach Winterberg. Dort ging es für die ca. 150 StarterInnen
richtig gemütlich zu. Im Startbereich gab es für die LäuferInnen warmen
Tee und Bananen.
Um 09:00 Uhr startete der stellvertretende
Bürgermeister von Winterberg den 1. Rothaarsteiglauf. Bei Sonnenschein
und 14 Grad machten sich die LäuferInnen auf die 42 km lange Strecke.
Insgesamt mussten 1.000 m Steigung und 1.300 m Gefälle überwunden
werden. Nach 3 km passierten wir die Ruhrquelle. Bis km 15 ging es
durch Wald und Wiesen erst einmal wellenartig nach oben. Dann folgte
eine wunderschöne Hochheide. Bei km 18 wurde mit 850 üNN der höchste
Punkt erreicht. Von 18 km bis 25 km führte der Lauf an den Bruchhauser
Steinen vorbei behutsam bergab. Dieses Teilstück war eine Wohltat und
wunderbar zu laufen. Ab Bruchhausen stießen wir auf die 18 km-Läufer,
Nordic-Walker und Wanderer. Die Nordic-Walker und Wanderer verhielten
sich äußerst diszipliniert und machten bereitwillig Platz für die
Läufer. Als Nächstes ging es wieder aufwärts. Bei km 38 liefen wir an
der Möhnequelle vorbei bis zur Ortschaft Petersborn, die vielen aus der
Sauerlandserie bekannt ist. Zum Schluss warteten noch einige gemeine
Steigungen und Gefällstrecken auf die TeilnehmerInnen. In Brilon wurden
wir bei Sonnenschein und 20 Grad von etlichen Zuschauern auf dem
Marktplatz begeistert empfangen.
Es war ein Lauf, von dem ich
nur Positives berichten kann. Die Strecke war nicht leicht, aber in
einem guten Zustand. Sie war gut ausgeschildert und Verpflegungsstellen
waren alle 6 km eingerichtet. Im Ziel herrschte eine tolle Atmosphäre.
Es gab Ess- und Getränkestände. Weiterhin hatten einige Sportgeschäfte
ihre Verkaufstände aufgebaut. Als I-Tüpfelchen spielte noch eine
Liveband.
Die Veranstalter hatten sich kurzfristig dazu
entschieden, die Pastaparty nicht am Vorabend, sondern nach dem Lauf
durchzuführen. Alle LäuferInnen hatten einen Gutschein in den
Startunterlagen und so gab es nach der Anstrengung noch herrliche
Nudelgerichte. Im Innenhof der Sparkasse waren Tische mit weißen Decken
dekoriert. Man konnte aus fünf verschiedenen Gerichten auswählen. Das
Essen gab es auf Porzellantellern. Das Alles war recht festlich
hergerichtet. Dass es Nudeln nach dem Laufen gab, war eine gute Idee,
die bei den LäuferInnen sehr gut ankam. Für die 15 € Startgeld wurde
wirklich viel geboten. Wenn man bedenkt, dass die Veranstalter den Lauf
zum ersten Mal durchgeführt haben, kann man nur voll des Lobes sein.
Man wurde mit einer wunderschönen Landschaft und herrlichen Ausblicken
belohnt und die Organisation war gut. Es ist eine echte Alternative zum
Marathon bzw. Halbmarathon am Rennsteig, der am Tag zuvor stattfand.
In
3:22,58 h (Gesamtplatz 20 / 5. M40) erreichte ich das Ziel. Auf der 18
km-Strecke verfehlte Gerlinde Langer in der Zeit von 1:32,49h den
AK-Sieg lediglich um 6 Sekunden und belegte in der Damenwertung den 6.
Gesamtplatz (2. W45). Margarete Geisler war vom MCM die Dritte im
Bunde. Sie kam im 18 km-Lauf nach 1:59,30 h ins Ziel und sicherte sich
damit den Sieg in ihrer Altersklasse W60 (Gesamtplatz 43).