16.05.2010 22:17 von Hans-Jürgen Kasselmann
Nachdem ich schon im Jahr 2008 diese 42 km-Distanz gelaufen bin (dessen Panoramaaussichten damals aufgrund von Nebel nur eingeschränkt zu sehen waren), wollte ich dieses Jahr die gesamte Strecke mit Fernblick genießen.
Als Besonderheit beim Hollenlauf ist zu erwähnen, dass man sich für 5 Strecken: 13, 21, 42, 67 und 101 km entscheiden kann. Bei den 67 u 101 km darf ein (mitgebrachter) Mountainbiker den Läufer begleiten und es besteht auf der Strecke noch die Möglichkeit, von 67 auf 101 km zu verlängern oder umgekehrt zu verkürzen.
Außerdem gibt es noch einem Hollenmarsch, dessen Distanzen alle komplett gewandert werden; selbst die 101km. Start ist schon am Vorabend und über Nacht wird gewandert. Ab 04:30 Uhr wird ein kostenloses Frühstücks-Buffet für alle Teilnehmer angeboten.
Leider erwischte mich am Wochenanfang die „Hexe", so dass ich eigentlich meine Teilnahme schon abgeschrieben hatte; aber es ging mir besser und ich dachte, dass ich es wenigstens versuchen sollte. Der Lauf war sowieso nur mit eigenem Handy-Tel.Nr.-Angabe erlaubt. Auf der Start-Nr. ist sogar eine Notfall-Tel.-Nr gedruckt, falls man vorzeitig abbrechen muss. Unterwegs erfolgte eine Sanitäter-Begleitung auf 4-Räder-Quads, die ich aber nicht in Anspruch nehmen musste.
Mein Start ist um 9 Uhr bei frischen 7 Grad mit überschaubaren 25 Teilnehmern ( 20 M + 5 W ) an der Grundschule/470 m NN im Ort. Man folgt dem leicht ansteigenden Straßenverlauf ca. 1,5 km, dann vorbei an Wildgehege, Hochlandrindern und Kneipp-Tretbecken. Noch sind alle locker drauf und ich lasse die schnellen Hirsche vorne wegziehen. Letztendlich bleiben noch 2 Männer und 1 Frau, alles Ultraläufer oder im 100 Marathon-Club bei mir (sogar bis kurz vorm Ziel!) So langsam werden die Anstiege länger (2 km hoch auf 650m NN) und wir laufen am Ortseingang nach ca. 9 km rechts am Fuß des „Narenbergs" abwechselnd bergauf und bergab zurück Richtung Bödefeld. Kein Nebel behindert die Sicht! Ich habe endlich einen tollen Ausblick auf die sich ausbreitenden Täler mit den Bergen (die Hunau mit 818 m NN) am Horizont. Nach ca.12km, auf ca. 550 Höhenmeter geht es wieder 400 Meter steil bergab zurück zum Start. Der Ort wird umrundet, 340 Höhenmeter auf ca. 6,5 km gilt es zu überwinden. Wir sind jetzt warmgelaufen, und es geht auf Waldwegen, vorbei am „Forsthaus Dickel" steil bergauf zum VP auf der „nassen Wiese" einem ca. 8000 Jahre alten Hochmoor. Die Wege sind teilweise unbefestigt, mit Baumwurzeln und Geröll - so wie ich es von zu Hause kenne. Da meine Mitläufer/-in einen super gleichmäßigen Schritt (mit nicht zu vermeidenden Gehpausen) laufen, gilt es jetzt die Energie einzuteilen, denn nach 26 km wird es wirklich heftig: auf einer 2 km langen Wegstrecke 160 Höhenmeter erklimmen! Ein Läufer meint: (wir haben mittlerweile schon einige Geher überholt) "Gleich sind wir im Himmel". Ich denke, eher in der Hölle (daher auch „Höllenlauf, äh Hollenlauf"). Unterwegs in einem Streckenabschnitt, von dem ich vermute, es ist ein Militär-Panzer-Übungsgelände mit Achterbahn-Flair und "Matsch hoch drei", begegnen uns immer wieder die 67/101 km Ultras und übrig gebliebene Nachtwanderer, von denen einige am Rande ihrer Kräfte sind. Die gefühlte Temperatur liegt nun bei ca. 2 Grad und der Wind macht uns stellenweise stark zu schaffen. Das Nordseeküstenlied wird angestimmt beim Runtersausen auf Wiesen unterhalb vom Schneeliftt. Nach 33 km erreichen wir bergauf am VP den Hunau-Turm. Von nun an geht's nur bergab - aber flott wie Schmitt s Katze! Wir hören nach dem Verlassen der VP Kreuzberg schon den Stadionsprecher - leider ist der Zieleinlauf noch ansteigend - aber egal, zusammen mit meiner Mitläuferin Marianne, Hand in Hand, ist es geschafft. Mein Ehemann und meine Mutter beglückwünschen mich mit einer Rose nach 05:28,43 Stunden!
Dank gilt den vielen Strecken- und Verpflegungsposten (es gab reichlich Hollenwasser , u.ä. Getränke(Bier), belegte Brote, Rosinen u.ä.), die teilweise in Decken gehüllt und uns mit Freundlichkeit empfingen.
Das Motto auch dieser Veranstaltung ist nicht umsonst: von Läufern für Läufer!
Meine Meinung - der Hollenlauf ist der kleinere schöne Rennsteig.