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Persönliche Laufberichte

Köln Marathon 2008

05.10.2008 22:45 von Thomas Kuschel

Einmal Stadtmarathon und dann wieder im Grünen laufen!

 Eigentlich mag ich keine Großveranstaltungen mit so vielen tausenden Teilnehmern, aber einmal wollte ich dann doch auch in Köln gelaufen sein. Und auch wenn Köln sagt, mit 26.000 Teilnehmern die drittgrößte Laufveranstaltung in Deutschland zu sein, so verteilen sich doch über zwei Drittel auf Halbmarathon, Skater und Walker. Aber mehr als 8000 Finisher sind halt immer noch ´ne Masse.

 

Schon im Vorfeld bekam man als Vormelder Post mit den wichtigsten Hinweisen und Angaben zum Veranstaltungstag. Auch wenn einer der Empfehlungen lautete, die Startunterlagen schon am Vortag abzuholen, so sind Bernd und ich doch erst am 5.Oktober morgens nach Köln gefahren. Auf dem Messegelände im rechtsrheinischen Deutz gab es auch für solche Massen kein Parkproblem und eine gute Bahnanbindung. Ein Busshuttle brachte uns zur Messehalle mit Startnummernausgabe und Gepäckabgabe. Das war alles gut durchorganisiert und klappte auch bei 26000 Teilnehmern reibungslos. Wir waren noch früh dran und hatten viel Zeit.

 

Langsam wurde die bis dahin trockene Luft feuchter und ein leichter Niesel setzte ein. Wir gingen zum Start vor dem Messegelände, wo in fast einem Dutzend farblich gekennzeichneten Startblöcken die LäuferInnen nach geplanten Zielzeiten Aufstellung nahmen. Bernd ist langsamer als ich und so trennten wir uns. Doch trotz oder gerade wegen der gossen Läuferschar trifft man immer wieder alte Bekannte, ist nie alleine. Dort traf ich auch meinen alten Lauffreund Alex und wir beschlossen, zusammen zu laufen.

 

Dann wurde es 11:00 und der Start erfolgte. Doch erst mal für den Eliteblock ganz vorne. Die Blöcke wurden einzeln gestartet und bis wir als 3:30er dran waren ging noch ein wenig Zeit ins Land - mit Chip für Nettozeiten aber kein Problem.

 

 Dann rückten auch wir zu den Startmatten vor und los lief es. Nach wenigen hundert Metern kam der größte „Anstieg" auf der mit ca. 175 Höhenmetern sehr flachen Strecke. Es ging auf der Deutzer Brücke über den Rhein. Linksrheinisch war Kilometer 1 erreicht und der Niesel nahm zu. Nach 2 ½ Kilometern am Hot Spot Rudolfplatz bog das Feld nach Süden auf den inneren Ring ein und es ging am Severinstor vorbei bis zum Rhein zwischen Neustadt und Altstadt Süd. Diese ersten Kilometer waren gut zu laufen, da sich das Feld durch die verzögerten Startblöcke nicht staute, sondern ein insgesamt recht freies Loslaufen möglich war. Es folgte der erste von 11 Verpflegungspunkten, die alles hatten, was man für einen Marathon braucht.

 

Zuschauer waren eine Menge da, auch Musikgruppen, was ich auch mal irgendwann äußerte. Da sprach mich ein Kölner Marathoni an, ich solle mal kommen, wenn gutes Wetter sei und kein Regen, dann könne man hier in seiner Heimatstadt aber mal ´nen richtigen Stimmungs- und Sambamarathon erleben. Dann wären die Straßen richtig voll. Ich fand es auch so schon ganz in Ordnung.

 

In Bayenthal angekommen war nach KM 7 Schluss mit Vater Rhein und durch mehr und mehr verregnete Straßenschluchten durch die Neustadt Süd und weiter am Universitätsgelände (KM 15) vorbei ging es durch den Grüngürtel nach Braunsfeld am bekannten Melatenfriedhof (KM 18) entlang. Wieder ging es über den Rudolfplatz und weiter nach Ehrenfeld an der Halbmarathonmarke vorbei. Bei KM 24,5 am Mediapark erreichten wir den breiten Hansaring. Die extrem schnellen kamen und mit 13 Kilometern Vorsprung schon wieder auf der anderen Straßenseite entgegen.

 

Ich mag dieses nass-kalte Wetter nicht und so ließ ich Alex ziehen, machte sich doch ein Stechen im Oberschenkel bemerkbar, das mich ein wenig ruhiger werden ließ. Noch vor dem Rhein und der Zoobrücke (KM 26,5) bogen wir gen Norden durch Nippes und über eine Schleife zum nördlichsten Punkt durch Niehl (KM 32).  Hier waren nicht so viele Zuschauer und auch die fast kilometerweise stehenden Samba- und Trommlergruppen fehlten.

 

Jetzt wieder eine lange Gerade nach Süden am Walkingstart vorbei und bei KM 35 war der Rhein erreicht. Hatten mich wegen des Oberschenkels so einige Läufer auf den letzten 10 Kilometern überholt, so war es jetzt umgekehrt. Immer mehr sammelte ich ein, wer am Beginn zu schnell unterwegs gewesen war.

 

Auf dem Hansaring kamen immer noch eine Menge LäuferInnen, vor denen ich nun etwa 13 KM Vorsprung hatte - irgendwie ein gutes Gefühl. Nach der Altstadt Nord kam fast bei KM 39 der Rudolfplatz und es ging in die Innenstadt, diesmal nicht über die Brücke, sondern in einem Schlenker (teilweise Kopfsteinpflaster, aber gut zu belaufen) nach Norden durch die Fußgängerzone (KM 40) zum Dom, über die Domplatte und am römisch-germanischen Museum vorbei wieder zum Heumarkt (KM 41) und über die Deutzer Bücke über Vater Rhein zum Messegelände. Dieser letzte Kilometer war mit dem ersten identisch und so waren wir rechtsrheinisch schnell im Ziel. Ein wenig hatte der Regen jetzt auch nachgelassen und nach 3:42:44 war ich über die Linie im Ziel. Es gab eine Medaille und eine größtenteils gesponserte, reichhaltige Freß- und Trinkmeile. Die ausgegebenen Plastikumhänge erfüllten bei dem Wetter einen guten Zweck. Mich hielt es nicht allzu lange dort, auch wenn ich gerne noch geblieben wäre, denn ein Zwicken im Hinterteil ließ mich dringend eine Örtlichkeit für ein großes Geschäft suchen. Nachdem das in der Messehalle erledigt war, habe ich mir schnell meinen Klamottenbeutel geholt und was Trockenes angezogen, denn trotz Umhang wurde mir kalt.

 

Die Duschen waren außerhalb der Halle und ziemlich kalt. Massage gab es in der Halle, aber die Schlange war so lang, dass ich hier lieber verzichtet habe. Auch hier habe ich mit manchem Finisher das Erlebte ausgetauscht und nachdem Bernd angekommen war und sich frisch gemacht hatte, fuhren wir mit dem Shuttle zurück zum Parkplatz und dann noch was leckeres Essen in Köln.

 

So schön der Tag auch war, so gelungen die Veranstaltung, es ist eben doch ein Großstadtkurs. Ich habe ihn gemacht, darüber bin ich froh und das war es wirklich wert, aber nichts desto trotzdem: durch die Wälder und Auen zu laufen, macht doch mehr Spaß und so freue ich mich auf den nächsten Landschaftsmarathon im Grünen.

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