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Persönliche Laufberichte

34. Königsforst-Marathon 2008

29.03.2008 23:53 von Thomas Kuschel

Kölns alternativer Marathon im Grünen

Endlich mal ein Wochenende mit Frühling. Das wollten wir ausnutzen und so fuhren wir (Tilman Gurris, Karl Gerlach und ich) zu dritt zum Königsforst-Marathon nach Bergisch-Gladbach. Bei heiterem Himmel mit ein paar Wolken und um die 10°C kamen wir im Ortsteil Bensdorf an. Die Schüler kamen gerade von ihrem Lauf ins Ziel, als wir zum Meldebüro gingen. Auf dem Platz, bzw. in einer Halle auf einem Betriebshof herrschte reges Treiben. Wir meldeten uns an (keine Nachmeldegebühr!!!) und waren doch erstaunt über das recht große Feld der Läufer und Begleiter. Zwar ist die Marathon-Strecke eher eine kleine Veranstaltung, doch mit den ganzen Unterdistanzläufen kam man da schnell auf eine paar tausend Beine.

 

In der Halle gab es alles für das leibliche Wohl, ebenso wie eine Menge für und um das Laufen. Udo Lohrengel war natürlich auch da und verdonnerte mich direkt zu diesem Bericht. Auch auf dem Platz davor war noch eine Menge aufgebaut. Wie üblich trafen wir andere Vielläufer und hielten unser Pläuschchen. Und so ging die Zeit bis zum Start recht schnell vorbei.

 

Der erfolgte pünktlich um 14:00 Uhr. Das Starterfeld war ziemlich groß, was an den zeitgleich startenden Halbmarathonis lag, die mit 800 späteren Finishern mit ihren grünen Nummern gegenüber den roten Marathonis deutlich in der Überzahl waren. Wir hatten es nicht eilig, wollten nur einen langen Trainingslauf machen und reihten uns deswegen weit hinten ein.

 

Dann fiel der Startschuss und das Feld setzte sich in Bewegung. Bis die bei uns hinten angekommen war, dauerte es eine Weile, und als wir über die Startlinie waren, war der Lauf schon 2 Minuten alt. Auch jetzt war flüssiges Laufen schwer. Wir hatten den Blick auf die Fersen vor uns geheftet, so dass wir von den ersten 4 Kilometern wenig mitbekamen. Wie vom Veranstalter beschrieben, war überholen auf diesem Streckenteil, der leicht bergan ging, sehr schwer.

 

Eine Straße bildete den nächsten Streckenabschnitt. Jetzt gab der schnelle Karl Gas und wart nicht mehr gesehen bis zum Ziel, dass der als Gesamtsiebter in knapp 3:09h erreichte. Nach ca. 7 Kilometern „erstiegen" wir den Monte Troodelöh, den mit 118,04müNN höchsten „Berg" Kölns mit eigenem „Gipfelbuch". Hätte ich nicht zuvor auf der auch sonst wirklich guten Homepage davon gelesen, ich hatte diesen in Wirklichkeit nur Hügel zu nennenden Berg gar nicht wahrgenommen.

 

Ab Forsbach bei VP1 ging es auf Waldwegen weiter und erstmal ein ganzes Stück hangab. Ich war eingelaufen und in meinem langsamen Schlappschritt trottete ich mit Tilman in mehr oder weniger geistreiche Gespräche vertieft dahin. An einer Kreuzung etwa bei KM11 bog die Strecke links ab. Die schnelleren kamen von vorne entgegen und bogen ihrerseits in die andere Richtung ab. Nach vielleicht 2 Kilometern waren wir an der schnelleren Seite der Kreuzung und auch uns kamen noch Nachzügler entgegen.

 

Durch die Wälder des Königsforsts ging es weiter. Wieso heißt der eigentlich Königsforst? In Köln gab es doch höchstens mal Bischöfe und keine Könige. Lediglich ein kurzes Stück Straße unterbrach die Wege in den noch kaum belaubten Wäldern. Wegen der lichten Kronen fiel das Sonnenlicht richtig angenehm auf uns herab. Der Wind war kaum zu spüren. Bei KM 19,3 kam ein 200m langes Wendepunktstück, um die 42,195 Kilometer genau zu erreichen. Nach fast 21 Kilometern unterquerten wir die A4 und waren wieder am Start-/Zielbereich. Die Halbmarathonis liefen links in ihr Ziel und wir Marathonis auf unsere zweite Runde. Erst jetzt habe ich die ersten Kilometer richtig wahrgenommen, da im Gegensatz zur ersten Runde jetzt die Strecke schön leer und man nicht im dichten Feld eingekeilt war. Auch die Verpflegungsstellen boten jetzt neben der üblichen Getränkeauswahl auch was Festes zum Beißen.

 

Auch wenn Tilman und ich nicht schneller wurden, so holten wir doch immer mehr Marathonis ein, die scheinbar die erste Runde etwas schnell angegangen waren. Wir quasselten weiter lustig über das Laufen und die Welt und so war die zweite Runde irgendwie von selbst gelaufen. Als wir nach etwas mehr als vier Stunden ins Ziel trotteten, hatten wir das Gefühl ruhig noch ne dritte Runde dranhängen zu können. Aber das wäre für den Veranstalter sicher etwas spät geworden und so ließen wir es (kleiner Scherz).

 

Leider war das Duschwasser wie bei so vielen anderen Veranstaltungen für die nicht ganz vorne laufenden ungenügend temperiert. Aber das kann man auch wirklich als einzigen Kritikpunkt an einem ansonsten wirklich klasse Marathontag anbringen. Abschließend lässt sich sagen, wer mal in Köln Marathon laufen möchte für schmales Geld, ohne Dom, Stadt oder Rhein zu sehen, sondern durch die frühlingshafte Natur streifen will und dabei alle Vorzüge eines gut organisierten Marathons genießen möchte, der ist beim Königsforst-Marathon aller bestens aufgehoben.

 

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