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Persönliche Laufberichte

Dubai-Marathon

01.02.2008 20:22 von Tobias Schulte

Ein Laufbericht aus der Metropole Abu Dabis

Freitagmorgen um 01.00 Uhr landete ich in Dubai, um 03.30 lag ich dann endlich im Bett. Der Blick auf die Uhr ließ mich leider auch wissen, dass in 3,5 Stunden der Startschuss zum Dubai Marathon fallen wird. Um 05.45 Uhr saß ich bereits wieder im Taxi auf dem Weg zum Startbereich, nach nur zwei Stunden Schlaf zwar noch etwas müde aber voller Vorfreude auf 42km durch die Wüstenmetropole. Sicherlich nicht die beste Marathonvorbereitung, aber zumindest hatte ich so keinen Muskelkater wie sonst so oft wenn der Tag vor einem City-Marathon zum ausführlichen Sightseeing genutzt wird. Außerdem ging es bei mir getreu dem Motto "Dabei sein ist alles" ja um nichts, im Gegensatz zu den Profis, die beim weltweit höchst dotiertestem Marathon um insgesamt 2 Millionen US-Dollar Preisgeld liefen.

 

Ca. 800 Marathonis liefen also bei für Dubai ungewohnten kühlen 10 Grad auf der Sheikh Zayed Road los und zunächst einem schönen Sonnenaufgang entgegen. Diese sorgte ab Km 2 langsam aber stetig für wärmere Temperaturen. Eine Wendepunktstrecke auf der Jumeirah Road lag vor uns Diese verläuft direkt entlang am arabischen Golf, der sich immer mal wieder zwischen den Häuserschluchten zeigte. Ich lief zunächst erstmal ganz gemütlich, da ich mir nicht sicher war, inwieweit mein Körper mit den Folgen der Nacht zurechtkommt. 15km im 5min Tempo waren ein prima und risikoarmer Auftakt. Dann bei KM 16 ein erstes Highlight, die Führungsfahrzeuge kamen uns schon auf der Gegenseite entgegen und kurze Zeit später stürmte Weltrekordhalter Haile Gebrselassie mit seinen "Pacemakern" an uns vorbei. Unglaublich mit welchem Tempo sie schon nach wenigen Sekunden wieder außer Sichtweite waren. Haile sollte seinen neuen Weltrekord später um 27 Sekunden verpassen. Dubai ist zurzeit eine Grossbaustelle und die Meinungen ob schön oder nicht gehen weit auseinander. Meiner Meinung nach ist es einfach grandios zu sehen was sich hier seit Jahren entwickelt. Immer im Blick der Burj Dubai ("Turm von Dubai"), der langsam Konturen annimmt und in einigen Jahren mit ca. 800m Höhe das höchste Gebäude der Welt sein wird. Dann ging es bei Km 21 vorbei am bekannten Burj Al Arab, dem in Form eines Segels sicherlich wie sollte es auch anders sein dem spektakulärstem Hotel der Welt. Für mich ist dieses Gebäude trotz vieler anderer Sehenswürdigkeiten noch immer der Blickfang schlechthin und die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt.

 

Das Laufen entwickelte sich mal wieder zur Nebensache. Lieber die Gegend anschauen als ständig auf die Uhr zu sehen. Dennoch, ich stellte fest, dass ich nach 21km noch sehr frisch war, keine Anzeichen von Müdigkeit, endlich mal ein Zeichen dafür, daß sich das harte Training in den letzten Wochen ausgezahlt hat. Nach 21km hatte ich bereits eine Durchgangszeit von 3h 27min, doch ich merkte, "da geht noch was", also Tempo angezogen und kontinuierlich im 4:35min/km weiter. Den ganzen Weg wieder zurück, sicherlich gibt es schönere Streckenverläufe, aber trotzdem war es eine kurzweilige zweite Marathonhälfte. Nach 3h20min04s erreichte ich schließlich als 93. gesamt und 34. in der Altersklasse den Zielbereich. Mit etwas mehr Risiko hätte ich wohl auch eine Zeit zwischen 3h10m-3h15min laufen können, so aber war ich noch fit genug, für die anstehende Stadtbesichtigung. Kurz bevor ich den Zielbereich verlassen wollte sah ich noch ein anderes MCM Hemd über die Ziellinie rennen. Kurt Fehr war es, der die 10km in Angriff nahm und sichtlich begeistert vom Lauf und vor allem seiner Reise durch die Golfstaaten berichtete. Später sah ich mir noch die Siegerehrung an. Shaikh Ahmad Bin Mohammad Bin Rashid Al Maktoum (Emir von Dubai) übergab persönlich den Pokal und die damit verbundene 250.000 US Dollar Siegprämie an Gebrselassie, der die Prämie strahlend entgegennahm. Keine Anzeichen von Enttäuschung in seinem Gesicht, obwohl er doch seinen Weltrekord und somit auch die dafür vorgesehene Extraprämie von 1 Million US-Dollar um nur 27s verpasst hatte. Wie man wohl selbst in solch einer Situation reagieren würde? Gut, dass sich die Frage bei einer Zeit von 3h20min nicht stellt und ich mich glücklich und zufrieden auf mein Feierabendbier freuen konnte.

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