25.07.2009 21:39 von Thomas Kuschel
„In Bad Pyrmont läuft nicht nur das Wasser" heißt es in der Ausschreibung. Und das ist wahr. Doch diesmal war der Wasseranteil besonders hoch. Schon auf der Hinfahrt von Menden kamen Karl Gerlach und ich in einen Wolkenbruch. Doch in Bad Pyrmont schien wieder die Sonne, auch wenn der Untergrund noch sehr nass war. Auf dem großen, nicht weit vom Start gelegenen Parkplatz stellten wir das Auto ab und holten unsere Startunterlagen im Kurhaus ab, wo schon einiges los war. Die Zeitnahme erfolgt mit dem Bib-Chip in der Startnummer, also kein Champion-Chip am Fuß nötig. Auf der historischen Hauptallee, die auch Start- und Zielgerade ist, waren zahlreiche Zelte aufgebaut vom Veranstalter, den Sponsoren und was sonst noch dazu gehört. Es war einiges zum Schauen und Probieren da.
Wir bereiteten uns auf den Start vor und reihten uns in das Starterfeld ein. Man quatscht halt so vor sich hin und sehnt den Start herbei. Kurz vor dem Start um 13:00 Uhr zog eine dunkle Wand drohend am Himmel auf. Dann erfolgte pünktlich der Startschuss und es ging noch trocken los. Nach nicht einmal einem Kilometer fing der Regen an. Und das war ein richtig netter Platzregen. Im Nu waren wir alle nass bis auf die Haut.
Die ersten Kilometer gehen aus dem Ort heraus, durch den Kurpark, über Felder und in den Wald - alles bergan. Und der kräftige Regen floss in Bächen Hang abwärts entgegen. Langsam ließ der Regen nach, tropfte aber noch lange von den Bäumen, auch als zwischendurch immer mal kurz die Sonne durch die Wolken lugte. Der Boden war im Großen und Ganzen recht gut zu belaufen auch wenn wir nachher bei der Nässe natürlich trotzdem total bespritzt waren. Die Verpflegungen alle 4 bis 5 Kilometer waren reichlich bestückt und die Temperaturen waren durch die Witterung recht angenehm.
Die erste Runde durch den Wald war nach einem ständigen Auf und Ab kurz nach Kilometer 18 erledigt. Die zweite Runde folgte für 4 Kilometern der ersten und bog dann in einen scharfen Anstieg ab. Über den höchsten Punkt drehte die Strecke eine Rundschleife und ab Kilometer 33 waren alle großen Aufs geschafft, es ging bis auf ein paar kurze Steigungen mehrheitlich bergab, was durch einen kurzen Schauer noch mal etwas verschönert wurde.
Auf den letzten etwa 7 Kilometern liefen wir wieder wie auf der ersten Runde. Von hinten überholten die schnellen Halbmarathonläufer, die entsprechend später an den Start gegangen waren. Da die Wege breit genug waren aber kein Problem.
Die letzten 2 Kilometer führten aus dem Wald heraus und durch den Kurpark zurück in den Ort, wo die Hauptallee zum Ziel abfiel. Wer da noch Power hat, kann die letzen Körner auf dem Gefälle bedenkenlos verbraten. Nach 42,195 vermessenen Kilometern und 690 Höhenmetern lief ich mit 3:37:37 dem Banner ins Ziel ein.
Auf der Allee war jede Menge los, was sicher auch an der sich mehr und mehr durchsetzenden Sonne lag. Für das leibliche Wohl - nicht nur der LäuferInnen - war bestens gesorgt. Nahe am Parkplatz liegt eine Sportanlage. Dort waren Umkleiden und - warme - Duschen. Individuelle Urkunden waren im Netz auf der nebenbei bemerkt guten Homepage zu holten, so dass man sich ganz nach Zeit und Lust auf den Heimweg machen konnte.
Es hatte sich wieder mal gelohnt nach Bad Pyrmont zu kommen, wo nicht nur das Wasser läuft.