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Sieben Männer allein hinterm Deich
- Kurztrainingslager in Bruinisse, Zeeland/NL
- Ein Bericht von Tom Kuschel
Es begab sich am 09.03.2007, dass sich fünf wackere Läufer
(Rolf Grondke, Hans-Dieter Klar, Uli Kimm, Harald Schöfisch und
Tom Kuschel) mit dem Wagen aufmachten in das Land der gelben
Nummernschilder und orangenen Fußballer, um am Meer ein
Wochenende lang Trainingskilometer abzureißen.
Am frühen Abend bei sonnigem Wetter am Ferienhaus im Aquadelta
angekommen (ein besonderer Dank an Kamerad Thorsten Klein, der das Haus
zur Verfügung stellte), war nach kurzem Auspacken und Betten
machen eine erste, einstündige Trainingseinheit angesagt. Es ging
ein Stück am Deich entlang und durch das Örtchen Bruinisse,
zu dem der Aquadelta-Park gehört. Letztendlich dauerte der Lauf
ein Viertelstündchen länger, da es inzwischen stockdunkel
geworden war und im weitläufigen Aquadelta irgendwie alles gleich
aussah. Dann war das Haus doch wieder gefunden, und nach einer Schlange
an der einzigen Dusche versuchte das Quintett ein Essen auf die Beine
zu stellen. Als kleine Probleme, unter anderem mit dem Gasherd,
gelöst waren, gab es ein reichhaltiges Spaghettiessen und einen
anschließenden geselligen Abend ohne Fernsehen. Es sei nur noch
kurz erwähnt, dass der gegenseitige Austausch von diversen
vergessenen Sachen die Kameradschaft noch unterstützte.
Am nächsten Morgen klingelte früh der Wecker, und bei blauem
Himmel, doch sehr frischen Temperaturen, liefen die fünf MCMler
eine einstündige Vorfrühstücksrunde. Die über dem
Meer aufgehende Sonne ließ sie alle munter werden. Nach erneuter
Duschschlange war Frühstück angesagt. Nach dem guten Essen
stießen dann auch die beiden Nachzügler Marcel Gurris und
Michael Just dazu, und eine längere Einheit stand auf dem
Programm. Von Bruinisse ging es mehrere Kilometer auf dem
künstlichen Straßendamm der N59 über das Grevelinger
Meer und nochmals ein paar Kilometer weiter rechts ab bis hinter einen
hohen Schleusendurchstich, einen weiteren künstlichen Damm
entlang. Dort war Wendepunkt, und gegen den steifen Wind ging es den
gleichen Weg zurück. Die Sonne strahlte wohlig warm.
Von der hohen Schleusenklappbrücke und dem benachbarten
Aussichtsturm bot sich bei herrlichem Wetter ein weiter Ausblick
über das flache Land und die weiten Wasserflächen ringsum.
Dies waren außer dem kaum erwähnenswerten Deich die einzigen
Höhenmeter des Wochenendes. Nach zwei-einviertel Stunden waren die
Läufer wieder im Aquadelta, und der harte Kern machte noch eine
kleine Erweiterung auf drei Stunden, um die Schlange vor der Dusche
etwas zu entzerren. Es wurde sich gestärkt und auf dem inzwischen
funktionierenden Fernseher die Bundesliga verfolgt. Dann gab es noch
einen weiteren Trainingslauf, um das herrliche Wetter zu nutzen und die
am Nachmittag verzehrten reichlichen Kalorien wieder los zu werden.
Nach einer guten Stunde waren alle wieder da, und mit etwas mehr
Erfahrung klappte es auch mit dem zweiten Abendessen besser. Eigentlich
überflüssig zu erwähnen, dass es Spaghetti mit
Soße gab, doch davon reichlich.
Den Rest des Tages verlebte das MCM-Team bei einem netten Bowlingabend
mit einem anschließenden Umtrunk. Auch der folgende Weg zum Haus
zurück war jetzt im Dunkeln kein Problem mehr.
Ein kleines Problem ergab sich dafür am nächsten Morgen, da
der Wecker aus unerfindlichen Gründen nicht schellen wollte. Als
sich die sieben MCMler dann auf ihre leicht verschlafene
Vorfrühstücksrunde machten, war es nicht dem Vortag zu
verdanken, dass die Sicht getrübt war. Dichter Nebel ließ
einen kaum hundert Meter weit sehen. Nach etwas über einer Stunde
kehrten die Läufer zum ausgedehnten Frühstück
zurück, und wer danach noch immer nicht genug hatte brach zu einem
letzten Lauf, diesmal in Richtung Inselinneren auf. Fünf
waren noch mal bereit, sich aufzuraffen, und gegen den Wind und
sich langsam auflösenden Nebel ging es zuerst die
Hauptstraße entlang und dann über Nebenstraßen an die
Nordküste der Insel. Die Sonne schien inzwischen schon wieder
recht prächtig, als der Weg das letzte Stück am Deich
entlang führte und eine Runde durch Bruinisse den Abschluss
bildete.
Dann noch alle Mann unter die Dusche, packen und Abfahrt. Auf halber
Stecke nahmen die sieben MCM-Läufer an einer Raststätte ein
paar niederländische Frikandeln zu sich, und dann war am
Sonntagabend das Kurztrainingslager zu Ende und alle mehr oder weniger
geschafft, aber glücklich zu Hause.
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