Am Samstag, den 17.03.07 fuhr ich per Zug von Schwerte nach Sylt. Nach
8-stündiger Zugfahrt (ja, ja die Deutsche Bahn!) mit einigen
Verspätungen kam ich in der späten Mittagszeit in Westerland
auf Sylt an.
Vorfrühlingshaftes Wetter mit Sonnenschein und blauem Himmel
empfing mich. Mein Laufkollege aus Saarbrücken holte mich am
Bahnhof ab. Zuerst ging es erstmal nach Westerland an die
Strandpromenade. Ich hatte das Verlangen das Panorama des Meeres bzw.
der Brandung zu sehen.
Nach einem schönen Kaffeeklatsch im Cafe Seeblick mit herrlichem
Blick auf den Strand ging es direkt zur Nudelparty vom Veranstalter des
Syltlaufes (TSV Tinnum 66). Dort kamen wir schnell mit weiteren
Läufern ins Gespräch. Die Vorfreude auf den Syltlauf war
allen anzumerken.
Nach einer kurzen Nacht ging es am Sonntagmorgen per Bus-Shuttle zum
Startort nach Hörnum im Süden der Insel. Sylt hat eine
Länge von 38,5 km (von Hörnum im Süden bis nach List im
Norden). Der Syltlauf ist 33,33 km lang. Für den Lauf waren 1.330
Starter vorangemeldet. Nachmeldungen gab es keine, da der Lauf mit
dieser Teilnehmerzahl restlos ausgebucht war. Diese Zahl sollte
für den Lauf sprechen. Ins Ziel kamen am Schluss aber nur 503
Männer, 167 Frauen und 54 Staffeln.
Vor dem Start passierte leider noch ein Malheur. Der Holzmast mit dem
Start-Transparent kippte auf einmal durch den starken Wind um.
Glücklicherweise stand zu diesem Zeitpunkt noch kein Läufer
am Start. Dann fiel endlich pünktlich um 10.00 Uhr der
Startschuss am Ortsausgang von Hörnum.
Bei gutem Wetter (Sonnenschein und seitlichem Rückenwind) ging ich
die ersten Kilometer in einer Läufergruppe erstmal locker an.
Über Sansibar (zwischen Hörnum und Rantum) ging es über
km 9 (erste Getränkestation) nach Rantum (km 10). Dieser
Laufabschnitt war ein asphaltierter Radweg, der immer nur geradeaus
ging. Links und rechts der Laufstrecke türmte sich die
Dünenlandschaft auf. Bis hierhin war die Strecke ein bisschen
eintönig.
Dann änderte sich auf einmal das Wetter. Windstärken bis zu
10 kamen auf. Zum Glück kam der Wind weiterhin aus
südwestlicher Richtung. Kurz vor Westerland (km 16) war dann die
Laufstrecke gegen den Wind. Hier kam man überhaupt nicht
vorwärts. Ich dachte ich wäre beim Drachenfliegen. In
Westerland an der Strandpromenade (2. Getränkestation) ging
es dann richtig ab. Dort waren die meisten Zuschauer, die gute Stimmung
machten.
Weiter ging es am Brandenburger Strand, wo leider ein kleiner Sandsturm
wütete. Ich musste mir mein Stirnband weiter runterziehen. Als
Kontaktlinsenträger sehr unangenehm, wenn einem der Sand um die
Augen bzw. Ohren fliegt.
Schließlich ging die Strecke weiter hinter dem Deich. Bei km 21
zwischen Wenningstedt und Kampen zeigte meine Laufuhr 1:39:20 min. an.
Die Zeit war ok.
Es folgt der schönste Teil der Strecke (zwischen km 22–33).
Nun entwickelt sich der Lauf zu einem Crosskurs. Endlich darf man
zwischen den Dünen auf Schotterwegen laufen, bei herrlichem
Panorama auf das Meer. Hier bietet die Strecke ein paar knackige
Anstiege an (bei km 22 gab es zum Glück wieder Getränke).
Von Kampen über die Vogelkoje geht es weiter Richtung List. Bei km
28 folgt die 4. und letzte Verpflegungsstelle. Diesen Schluck aus dem
Becher brauche ich auch. Es sind noch ca. 5,3 km und ich bin ehrlich
gesagt schon ziemlich platt. Bin das Rennen bis dahin wohl doch zu
schnell angegangen. Der Wind von hinten hilft mir jetzt sehr.
Vor List bei km 30 komme ich schließlich im Süderheidetal
vorbei. Nur noch 3,3 km liegen vor mir. Die ersten Häuser von dem
kleinem Ort List sind schon zu erkennen. Zum Abschluss des Laufes noch
mal eine echte Herausforderung. 333 Meter noch bis zum Ziel, aber ein
Orkanwind von vorne bringt mich fast zum Stehen. Dann endlich habe ich
nach 33,33 km das Ziel an der Grundschule in List erreicht.
Ich habe Glück gehabt, mein Laufkollege aus Saarbrücken kommt
ca. 55 Minuten nach mir ins Ziel (3:33:14 min.). Er hat unterwegs noch
einen heftigen Hagelschauer über sich ergehen lassen müssen.
Mit der zufriedenen Endzeit von 2:38:17 min. (14. M35, 72. Platz ges.)
und einer schönen Medaille um den Hals steige ich in den
Shuttle-Bus zur Rückkehr nach Westerland ein.
Dort gehe ich bei freiem Eintritt in die Sylter Welle. Ein schönes
Schwimmbad mit Sauna- und Fitnessbereich. Im Whirlpool schön
entspannt und ausgestreckt genieße ich mit meinem Laufkollegen
aus dem Saarland die letzten Stunden auf der Insel Sylt.
Insgesamt hat mir der Lauf sehr gut gefallen. Ich liebe einfach die Nordsee und sein Klima.
Wer den Syltlauf laufen möchte sollte sich auf
Vierjahreszeiten-Wetter einstellen. Leider ist die nächste Auflage
vom Syltlauf noch nicht gesichert.
Verstimmungen und Meinungsverschiedenheiten der Kurverwaltungen auf der
Insel trüben die ganze Sache. Außerdem fehlen noch bestimmte
Sponsorenzusagen. Entscheidungen hierzu fallen erst im Sommer.
Infos unter: www.tinnum66.de