Marathon-Club Menden e.V.
 

Syltlauf 2007 - Vom Winde verweht
- Von Hörnum im Süden über Westerland nach List im Norden
- Ein Bericht von Michael Just

Am Samstag, den 17.03.07 fuhr ich per Zug von Schwerte nach Sylt. Nach 8-stündiger Zugfahrt (ja, ja die Deutsche Bahn!) mit einigen Verspätungen kam ich in der späten Mittagszeit in Westerland auf Sylt an.

Vorfrühlingshaftes Wetter mit Sonnenschein und blauem Himmel empfing mich. Mein Laufkollege aus Saarbrücken holte mich am Bahnhof ab. Zuerst ging es erstmal nach Westerland an die Strandpromenade. Ich hatte das Verlangen das Panorama des Meeres bzw. der Brandung zu sehen.

Nach einem schönen Kaffeeklatsch im Cafe Seeblick mit herrlichem Blick auf den Strand ging es direkt zur Nudelparty vom Veranstalter des Syltlaufes (TSV Tinnum 66). Dort kamen wir schnell mit weiteren Läufern ins Gespräch. Die Vorfreude auf den Syltlauf war allen anzumerken.

Nach einer kurzen Nacht ging es am Sonntagmorgen per Bus-Shuttle zum Startort nach Hörnum im Süden der Insel. Sylt hat eine Länge von 38,5 km (von Hörnum im Süden bis nach List im Norden). Der Syltlauf ist 33,33 km lang. Für den Lauf waren 1.330 Starter vorangemeldet. Nachmeldungen gab es keine, da der Lauf mit dieser Teilnehmerzahl restlos ausgebucht war. Diese Zahl sollte für den Lauf sprechen. Ins Ziel kamen am Schluss aber nur 503 Männer, 167 Frauen und 54 Staffeln.

Vor dem Start passierte leider noch ein Malheur. Der Holzmast mit dem Start-Transparent kippte auf einmal durch den starken Wind um. Glücklicherweise stand zu diesem Zeitpunkt noch kein Läufer am Start. Dann fiel endlich pünktlich um 10.00 Uhr der Startschuss am Ortsausgang von Hörnum.




Bei gutem Wetter (Sonnenschein und seitlichem Rückenwind) ging ich die ersten Kilometer in einer Läufergruppe erstmal locker an. Über Sansibar (zwischen Hörnum und Rantum) ging es über km 9 (erste Getränkestation) nach Rantum (km 10). Dieser Laufabschnitt war ein asphaltierter Radweg, der immer nur geradeaus ging. Links und rechts der Laufstrecke türmte sich die Dünenlandschaft auf. Bis hierhin war die Strecke ein bisschen eintönig.

Dann änderte sich auf einmal das Wetter. Windstärken bis zu 10 kamen auf. Zum Glück kam der Wind weiterhin aus südwestlicher Richtung. Kurz vor Westerland (km 16) war dann die Laufstrecke gegen den Wind. Hier kam man überhaupt nicht vorwärts. Ich dachte ich wäre beim Drachenfliegen. In Westerland an der Strandpromenade (2. Getränkestation)  ging es dann richtig ab. Dort waren die meisten Zuschauer, die gute Stimmung machten.

Weiter ging es am Brandenburger Strand, wo leider ein kleiner Sandsturm wütete. Ich musste mir mein Stirnband weiter runterziehen. Als Kontaktlinsenträger sehr unangenehm, wenn einem der Sand um die Augen bzw. Ohren fliegt.

Schließlich ging die Strecke weiter hinter dem Deich. Bei km 21 zwischen Wenningstedt und Kampen zeigte meine Laufuhr 1:39:20 min. an. Die Zeit war ok.

Es folgt der schönste Teil der Strecke (zwischen km 22–33). Nun entwickelt sich der Lauf zu einem Crosskurs. Endlich darf man zwischen den Dünen auf Schotterwegen laufen, bei herrlichem Panorama auf das Meer. Hier bietet die Strecke ein paar knackige Anstiege an (bei km 22 gab es zum Glück wieder Getränke).

Von Kampen über die Vogelkoje geht es weiter Richtung List. Bei km 28 folgt die 4. und letzte Verpflegungsstelle. Diesen Schluck aus dem Becher brauche ich auch. Es sind noch ca. 5,3 km und ich bin ehrlich gesagt schon ziemlich platt. Bin das Rennen bis dahin wohl doch zu schnell angegangen. Der Wind von hinten hilft mir jetzt sehr.

Vor List bei km 30 komme ich schließlich im Süderheidetal vorbei. Nur noch 3,3 km liegen vor mir. Die ersten Häuser von dem kleinem Ort List sind schon zu erkennen. Zum Abschluss des Laufes noch mal eine echte Herausforderung. 333 Meter noch bis zum Ziel, aber ein Orkanwind von vorne bringt mich fast zum Stehen. Dann endlich habe ich nach 33,33 km das Ziel an der Grundschule in List erreicht.

Ich habe Glück gehabt, mein Laufkollege aus Saarbrücken kommt ca. 55 Minuten nach mir ins Ziel (3:33:14 min.). Er hat unterwegs noch einen heftigen Hagelschauer über sich ergehen lassen müssen.

Mit der zufriedenen Endzeit von 2:38:17 min. (14. M35, 72. Platz ges.) und einer schönen Medaille um den Hals steige ich in den Shuttle-Bus zur Rückkehr nach Westerland ein.
Dort gehe ich bei freiem Eintritt in die Sylter Welle. Ein schönes Schwimmbad mit Sauna- und Fitnessbereich. Im Whirlpool schön entspannt und ausgestreckt genieße ich mit meinem Laufkollegen aus dem Saarland die letzten Stunden auf der Insel Sylt.

Insgesamt hat mir der Lauf sehr gut gefallen. Ich liebe einfach die Nordsee und sein Klima.
Wer den Syltlauf laufen möchte sollte sich auf Vierjahreszeiten-Wetter einstellen. Leider ist die nächste Auflage vom Syltlauf noch nicht gesichert.

Verstimmungen und Meinungsverschiedenheiten der Kurverwaltungen auf der Insel trüben die ganze Sache. Außerdem fehlen noch bestimmte Sponsorenzusagen. Entscheidungen hierzu fallen erst im Sommer.

Infos unter: www.tinnum66.de


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