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Halbmarathon
in Lissabon
2006
-
Eindrücke von einer Laufreise nach Portugal
- Ein Bericht von Kurt Fehr
52 LäuferInnen einschließlich Begleitung aus allen
Teilen der Republik trafen sich am 22. März 2006 auf dem
Flughafen Faro, um mit Sportreisen G. Kreienbaum, Münster, ins
nahegelegene Trainingsquartier an der Algarve zum komfortablen
DLV-Stützpunkt-Hotel „Alfamar Beach und Sport
Resort“, umgeben von gepflegten Anlagen und mit direktem
Zugang zum Strand, zu fahren.
Nach einem ersten Informationsgespräch am nächsten
Morgen konnten sich die Gäste bei einem gemeinsamen Rundgang
selbst davon überzeugen, dass mit einem der
„schönsten Küstenabschnitte
Europas“ nicht zuviel versprochen worden war. Am
ausgedehnten, feinsandigen Strand, kilometerlang begrenzt durch
zerklüftete rotbraun und ockerfarbene Klippen, die von tiefen
und bizarren Canyons durchzogen werden, an deren Rändern die
typischen Cliff-Pinien und die besonders farbintensiven
Blütenteppiche der anspruchslosen Succulentenarten wachsen,
wurde gleich zu Anfang schon mancher
Film verschossen.
Das sportlergerechte Frühstück schuf die Grundlage
für die täglichen Trainingsläufe
unterschiedlicher Intensität entweder durch Oliven- und
Orangenhaine mit dem betörenden Duft ihrer Blüten,
durch das Gelände der vormaligen Cross-WM bei Villamoura oder
entlang des welligen Kurses an den Klippen mir herrlichem Blick auf die
Weite des Atlantiks – unterbrochen von bunten Fischerbooten
oder weißen Segelbooten.
Eine Exkursion in den nahegelegenen Fischer- und Touristenort Albufeira
mit seiner farbenfrohen und quirligen Altstadt erfolgte bequem und
preiswert mit angeheuerten Taxen; einige Konditionsstarke machten sich
„per pedes“ entlang des felsigen
Küstenstreifens auf den Heimweg. Abends trafen sich kleine
Gruppen in den örtlichen Restaurants zum Essen von
landestypischen Fischgerichten oder „Piri-Piri“
(scharf gewürztes Hünchen) – dazu einen der
köstlichen Hausweine oder um einfach ein
„Super-Bock“ (portugiesische
Lagerbier-Spezialität) zu trinken.
Bei all diesen Annehmlichkeiten wurde jedoch der eigentliche Zweck der
Reise, der Start beim 16. Weltcup-Halbmarathon oder dem 8 Km
Mini-Marathon, keineswegs vergessen.
Mit einem Reisebus fuhren wir am Samstagmorgen über die gut
ausgebaute Autobahn die etwa 300 km durch überwiegend
grüne Hügellandschaften mit bäuerlichen
Anwesen und Korkeichenwäldern des Alentejo nach Lissabon; im
Anschluß an eine geführte Stadtrundfahrt direkt zur
Startkartenausgabe bei den Lagerhallen des Hafenbereichs –
nahe des „Torre de Belèm“ und des
Hieronymus-Klosters.
Dort fand „unter freiem Himmel“ die Verteilung der
Startnummern und Tshirts unter den neugierigen Blicken von
herbeiströmenden Einheimischen statt. Von unserem Stadthotel
„Roma“ ergab sich mit der Metro eine gute
Verbindung in die Innenstadt. Der größte
Anziehungspunkt, die Altstadt oder „Alfama“, war
mit den historischen Straßenbahnlinien (Electrico) 12 oder 28
zu erreichen.
Unser Bus brachte uns Sonntagmorgen schon sehr früh in den
Startbereich auf der gigantischen Tejo-Brücke. Das garantierte
zwar einen guten Startplatz in den vorderen Reihen der über
5.000 Starter für den Halbmarathon und den mehr als 30.000
Mini-Marathonern und zugleich einen zielnahen Busparkplatz, verlangte
jedoch auch – allerdings bei milden Temperaturen - ein
gewisses „Stehvermögen“.
Nach dem Startschuss um 10.30 h waren von der Masse der
LäuferInnen alle Fahrbahnen regelrecht
„überfüllt“, es bot sich eine
imposante Aussicht über den riesigen Fluss, die Hafenanlagen,
die „pittoreske“ Silhoutette von Lissabon. Am Ende
der abfallenden Brückenrampe bei etwa 3 ½ km teilen
sich die beiden Laufstrecken; entsprechend vorgewarnt hat sich aus
unserem „Team“ niemand ernsthaft verlaufen.
Im Verlauf des Rennens wurde es immer wärmer; der
abwechslungsreiche Streckenverlauf mit reichlich Versorgungsstationen
führte durch einen Teil der Altstadt, auf der
gegenläufigen Strecke kommen schon die schnellen Kenianer im
„Sixpack“ entgegen, die letztlich alle –
einschließlich Paul Tergat als Viertem - noch unter einer
Stunde blieben – und endlich, nach einer langgezogenen
Schleife, das Ziel bei der mitgebrachten Deutschland-Fahne in den
zuschauerumsäumten Parkanlagen beim Kloster San Jeronimo.
Anschließend waren wir alle froh, wieder an „unsere
schöne Algarve“ zurückzufahren.
Dieser Tag wurde beim gemeinsamen Abendessen mit einer internen
Siegerehrung abgerundet. Dabei konnten die guten Leistungen unserer
LäuferInnen sich durchaus sehen lassen.
Der verbleibende Tag war reserviert entweder für eine Fahrt an
die historische Algarve mit den Städten Silvres, Sagres und
Lagos oder für eine ausgedehnte Strandwanderung Richtung
Albufeira oder Villamoura-Marina. Unterwegs oder im Hotel konnte man
schon mal den meist mürrisch dreinblickenden Altstars der aus
der Riege der Diskuswerfer, Lars Riedel oder H. Schult, begegnen.
Am Wochenanfang brachten die heimischen Zeitungen ausführliche
Bildberichterstattungen über die
„maratona“. Irgendwie konnten sich wohl alle in der
großen Schlange beim Lauf über die Brücke
wiedererkennen.
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