Marathon-Club Menden e.V.
 

Jungfrau-Marathon 2006
- Ein Bericht von Anja Großkreutz und Tobias Schulte
 
Um 7:30 Uhr gibt es Frühstück im Backpackers „Villa Sonne“. Danach spazieren wir zum Start auf der anderen Seite der Wiese um meine Startunterlagen abzuholen. Der Start ist angenehmerweise um neun Uhr. Vor mir liegen 42,195 Laufkilometer mit 1829 m Steigung und 305 m Gefälle.

Zum ersten Mal geht es bei Kilometer 26 von
Lauterbrunnen (795müN) richtig steil nach Art eines Bergmarathons in Serpentinen den Berg hinauf bis Wengen (1284müN). Dann steigt es langsam aber stetig an. Wir laufen auf einem Schotterweg durch Feld, Wald und entlang ein paar Bergdörfern und Berghütten immer mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Sonne
scheint, es ist in den Dörfern super Stimmung mit Livemusik, Beflaggung und jeder Menge Zuschauern, dazwischen ist man in der Natur und hört nur ein paar Vögel pfeifen. Lediglich die Verpflegungsstände und Kilometerschilder zeugen von einer Großveranstaltung. Mit mir sind weitere 4000 Läufer unterwegs.




Die Aussicht ist die ganze Strecke über gigantisch. Da kann kein Stadtmarathon mithalten. Sieger wird Eticha Tesfaye in 2:59.34,3 vor Kaledine Serguej (Frankreich) mit 3:02.31,6 und Burns Billy (England) mit 3:04.11,3Std. Ich bin zu dem Zeitpunkt noch 1:30Std. unterwegs.

Bei Kilometer 39 biegt die Strecke vom Hauptweg ab und es geht noch einmal brutal von 1825müN bei der Wengernalp auf 2205müN zum Eigergletscher über Stock und Stein hinauf.

Die erste Frau Staicu Simona (Ungarn) wird mit 3:24.25,8 vor Hawker Elizabeth (England) mit 3:34.03,6 und Niggli-Luder Simone mit 3:34.59,2gewinnen. Ich würde in der Wand am liebsten eine Pause bei ein paar Alphornbläsern an der Strecke machen. Ein Kanonenschlag verrät mir die Zielankunft des ersten Mannes und der ersten Frau. Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch einige Höhenmeter vor mir.

Das Bild der Moräne mit den wandernden Läufern auf dem Grad kennt man aus jeder Laufzeitung. Nun bin ich live dabei und mitten drin. Auf halber Strecke spielt ein Schotte auf seinem Dudelsack. Rechts des Weges zeigt sich in der Sonne der glitzernde Eigergletscher. Die
letzten Meter zum Ziel gehen auf 2100müN hinab zur kleinen Scheidegg. Nach 4:27,09 Std. erreiche ich begeistert von dem tollen Event müde das Ziel.

Oben treffe ich Margarethe Geißler. Wie klein doch die Welt ist. Sie musste leider bei Kilometer 28 aufgeben, war aber auch über den ersten Teil des Rennens happy und von dem Bergpanorama oben auf der kleinen Scheidegg begeistert. Erholung und neue Energie gibt es in einem Restaurant direkt unterhalb der berühmtberüchtigten Eiger Nordwand. Die Zahnradbahnen sind auf der Rückfahrt rappelvoll. Wir fahren noch einmal entlang der Eiger Nordwand nach Grindelwald, um nach einem Umstieg von dort aus zurück nach Interlaken zu fahren. Abends wird im Festsaal bei Pasta das Video vom Marathon gezeigt.



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