Marathon-Club Menden e.V.
 

Tough Guy Race - das härteste und skurrilste Rennen in Großbritannien
-Erlebt, durchlebt und überlebt von MCM-Mitglied Karl Gerlach
-Ein Erlebnisbericht mit Bildimpressionen
 
Immer wieder werde ich gefragt: "Du warst in England, beim Tough Guy, was ist das denn?" Und hierauf kann ich nur folgendes sagen: Das Tough Guy Race gilt als eines der verrücktesten und gefährlichsten Hindernisrennen der Welt. Es findet nun mehr seit 19 Jahren immer am letzten Wochenende im Januar statt, und zwar nahe der englischen Stadt Wolverhampton. Dieser liegt etwa eine halbe Stunde von Birmingham entfernt. Die, die durchkommen, dürfen sich Tough Guy (harte Hunde) nennen, und bekommen zum Dank eine außergewöhnliche Medallie. Auch dieses Jahr kamen wieder ca. 6000 Teilnehmer aus aller Welt (lt. Veranstalter), wie zum Beispiel aus Deutscland, Niederlanden,Frankreich,Schweden und sogar aus Kanada. Der Pacour befindet sich auf einem etwa 150 ha großem Grundstück. Insgesamt sind hier ca. 12 km Laufstrecke zu bewältigen, die mit einigen steilen Anstiegen und allerlei diversen Hindernissen gespickt ist. Das Herzstück des Rennens bilden die sogenannten Killing Fields. Hier muß eine große Anzahl harter Hindernisse überwunden werden. So müssen die Teilnehmer unter fünfzig Zentimeter tief befestigten Stacheldraht durch den Matsch robben, durch enge und abgedunkelte Tunnelröhren kriechen, unter einer Holzbrücke hindurch in eiskalten Tümpeln tauchen, von einem 2,5 m hohen Podest in einen kalten Tümpel springen und abtauchen, auf 10 m Höhe klettern oder sich von drei Meter Höhe abseilen. Als Zugabe müssen zwischendurch noch brennende, und unangenehm stark qualmende, Heuballen überwunden werden.

Dieses Jahr kamen von den 6000 Teilnehmern lt. dem Fernsehsender Pro Sieben ca. 3400 Teilnehmer ins Ziel. Da das Tough Guy Race als gefährlich gilt, gibt es vor Ort an jedem Hindernis Marshalls, die erschöpften Teilnehmern weiterhelfen oder sie zu einer der zahlreichen Ambulanzstationen bringen. Die vielen Sanitäter arbeiten auf Hochtouren. Die häufigsten Unfälle sind gebrochene Arme oder Beine, am gefährlichsten ist jedoch die Unterkühlung. Diese entsteht sehr schnell in dem eiskalten Wasser und dem Laufen auf der freien Fläche in durchnäßten Kleidern. Hier bemerkt jeder Läufer den teilweise böigen, und kalten Wind sehr deutlich. Die Außentemperaturen betrugen dieses Jahr 3° Celsius.





In 19 Jahren ist in dieser Renn-Geschichte bisher niemand gestorben, obwohl jeder zu Beginn als typisch britischen Scherz einen "Death Warrant" unterzeichnen muß. Das ist eine Art Todesvertrag, in dem der Teilnehmer im Falle seines Ablebens die volle Verantwortung übernimmt. Übrigens, ins Leben gerufen wurde dieser Event von Billy Wilson. Er war früher bei den königlichen Grenadier Guards und seine Erfahrung sagt ihm, je härter ich das Rennen gestalte, desto begeisterter sind die Leute dabei. Danken möchte ich hier auch noch einmnal ausdrücklich dem Mendener James Mc Cully, der mich bei der organisatorischen Vorarbeit unterstützt hat. Außerdem hat er uns in Wolverhampton per Telefon zu unserer Unterkunft gelotst. Dies war auch dringend nötig, da wir bis dahin schon zwei Stunden lang durch Wolverhampton geirrt waren und der Verzweifelung nahe kamen. Immerhin hatten wir schon 900 km Anfahrt hinter uns. Das Motto der Veranstaltung war kurz aber prägnant auf zwei Schildern zu lesen, die im Rahmen des Rennens vor zwei Hindernissen angebracht waren: No Air, No Panic!






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