- Der Marathon-Club Menden trauert um Josef Kaderhandt
„Wir
wären gerne noch länger mit Dir gelaufen!“
Der
Marathon-Club Menden nimmt heute Abschied von seinem Vereinsgründer
– Josef Kaderhandt. Wir alle tun dies in großer Dankbarkeit,
jeder für sich und als Gemeinschaft, wissen wir doch, dass sein
Lebenswerk und auch seine Lebensleistung ganz eng mit seinem, unserem
Verein verknüpft sind. Es fällt nicht leicht, zu begreifen,
dass er im Alter von erst 62 Jahren nicht in der Lage war, seinen
letzten langen Lauf zu gewinnen.

Wir
alle möchten uns deshalb an ihn erinnern. Als ein Gründungsvater
und Macher des MCM hat er vor mehr als 25 Jahren kaum
daran gedacht, dass der Verein nach vielen Höhen und auch der
ein oder anderen Turbulenz heute als einer der Arrivierten des
deutschen Langstreckenlaufs in Deutschland dasteht. Er hat nach
seinen sportlichen Idealen ganz konsequent daran gearbeitet, dass die
leuchtend gelben Trikots, die „Gelben“ heute als ein
Markenzeichen seiner Heimatstadt Menden nicht nur in der Szene der
Langstreckenläufer Hochachtung und Anerkennung genießen.
Wo immer wir heute laufen, ist dies ganz eng verknüpft mit
seinem Namen. Die vielen Titel bei Deutschen, Westdeutschen und
Westfälischen Meisterschaften sind beredtes Zeichen seines
eigens sportlichen Wirkens und seiner Kraft als Motivator für
einen jeden von uns. Gleichzeitig ist dies auch ein Ergebnis der von
ihm in das Stammbuch des Vereins geschriebenen Philosophie des
Leistungssports. Er hat deshalb in den letzten Jahren mit Freude die
sportliche Entwicklung des Vereins mit einer stets wachsenden und
leistungsfähigen Jugend- und Schülerabteilung begleitet.
Als
Freund und Organisator hat er in seiner ganz eigentümlichen Art
jedes Detail menschlicher Hintergründe und sportlicher Erfolge
gewusst, gefördert
und auch mit einer helfenden Hand unterstützt. Er hat mit großer
Hingabe an die integrative Kraft des Sport geglaubt und dies auch in
jeder Hinsicht gefördert. Es war deshalb für ihn auch ganz
selbstverständlich, sich um Sportler anderer Nationalitäten
oder auch mit Behinderungen zu kümmern.
Seine
eigenen sportlichen Erfolge sind in ihrem Ausmaß kaum zu
erfassen. Er war ein Ultra-Langstreckler mit einer Marathonzeit von
unter 2:45 Stunden und einer Bestzeit über die 100
Kilometerdistanz ganz nah an der Schallmauer von 8 Stunden. Als
begeisterter Alterklassenläufer konnte er 145 gelaufene
Marathonwettkämpfe aufweisen, davon allein 99 unter der für
Läufer magischen Grenze drei Stunden. Seine zahlreichen Erfolge
bei Meisterschaften sind ihm wichtig gewesen. Von noch größerer
Bedeutung waren ihm aber die vielen Titel und herausragenden
Platzierungen, die er mit der Mannschaft bei Deutschen, Westdeutschen
und Westfälischen Meisterschaften erringen konnte. Ganz
charakteristisch für ihn ist, dass er selbst ein Wettkämpfer
durch und durch war, der immer bis an die Grenzen gegangen ist.
Sportlicher Erfolg war ihm wichtig. Gleichzeit hat er aber die
sportliche Leistung eines jeden Konkurrenten anerkannt und gewürdigt.
In diesem Sinne hat er es für sich als sportlichen Höhepunkt
gesehen, wenn er einen von uns zum Laufen und zur Gemeinschaft des
MCM geführt hatte. Er hat uns alle und seinen Verein deshalb als
seinen allergrößten sportlichen Erfolg gesehen.
Wir sind
ihm deshalb auch über diesen traurigen Tag hinaus zutiefst
verbunden.